An Frau Dr. Angela Merkel, Bundeskanzlerin der Bundesrepublik Deutschland

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Angela Merkel

BERLIN (Tamurt) – Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin, der algerische President Abdelaziz Bouteflika war laut der algerischen Presse vom 07. bis 08.12. bei Ihnen zu Gast. Dieser Besuch fand im Rahmen der Verstärkung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Algerien statt und findet unsere Zustimmung.

Dennoch würden wir gerne Ihre Aufmerksamkeit auf folgende Punkte lenken. Das Präsidentenmandat von Herrn Bouteflika wurde zum dritten Mal verlängert. Diese Verlängerung war nur möglich durch einen Verfassungsbruch. Die Verfassung begrenzt die Anzahl der Präsidentenmandate auf zwei.

Dies ist einer von zahlreichen Verfassungsbrüchen seit der Bildung des Mehrparteiensystems 1989. Der brutale Abbruch der Wahlen 1992 durch die Armee wurde damit begründet, die Demokratie vor der islamistichen Gefahr schützen zu wollen.

Heute, zwanzig Jahre später, ist die Demokratie in Algerien immer noch nicht an der Tagesordnung. Und nicht nur das, die Gesellschaft ist dem islamischen Fundamentalismus ausgeliefert.

Diesen benutzen die Machthaber, um die demokratische Bewegung und das Bestreben der Bevölkerung nach mehr sozialer Gerechtigkeit und nach Meinungsfreiheit zu bekämpfen.

Die im Jahr 2005 von Bouteflika ins Leben gerufene nationale Versöhnung hat in verblüffender Weise dazu geführt, dass das Regime sich dem islamischen Fundamentalismus angenähert hat, ohne jedoch dem Terrorismus ein Ende zu setzen.

Nachdem die Algerier einen hohen Preis im Bürgerkrieg bezahlt haben, ist ihnen klar geworden, dass der Kampf zwischen Islamisten und den Machthabern kein ideologischer Kampf sondern ein reiner Kampf um die Macht ist.

In den letzten Jahren wurde immer deutlicher, dass die Machthaber gemeinsam mit den Islamisten gegen die Demokratiebewegung in der Kabylei ankämpfen. Die Kabylei hat die Mllitärdiktatur und religiösen Fanatismus immer abgelehnt.

Das Streben der kabylischen Bevölkerung nach Freiheit zeigte sich im April 2001 in beeindruckender Weise bei friedlichen Kundgebungen, an denen Millionen von Menschen teilnahmen. Diese Kundgebungen wurden von Bouteflika brutal niedergeschlagen und kosteten 127 jungen Kabylen das Leben und Tausende wurden zum Teil schwer verletzt. Seit diesem « Schwarzen Frühling » bekämpfen die Machthaber die Kabylei.

Wieder in die Gesellschaft integrierte Terroristen werden benutzt, um der kabylischen Bevölkerung ihre Identität zu nehmen, sie zu islamisieren, zu arabisieren und zu Terroristen zu machen.

Nachdem 2001 Sicherheitskäfte in kabylischen Dörfern eingesetzt wurden um die kabylische Bevölkerung zu unterdrücken, hatte die Bevölkerung alles an legalen Mitteln ausgeschöpft, um ihre Freiheit nachhaltig zu sichern und ihre Kultur zu wahren.

Die Kabylen haben letztendlich entschieden sich selbst zu organisieren, indem sie « le Mouvement pour l´ Autonomie de la Kabylie » (Bewegung zur Selbstverwaltung der Kabylei) gegründet haben, welche sich zum Ziel gesetzt hat hat, Teil eines föderalen Algeriens zu sein.
Angesichts der Tatenlosigkeit der Machthaber und deren Ablehnung, das legitime Bestreben des kabylischen Volkes zu berücksichtigen, wurde eine Exilregierung, das « Gouvernement Provisoire Kabyle » am 01.06.2010 in Paris gegründet.

Die Provisorische Regierung der Kabylei versteht das Interesse Deutschlands an den fossilen Energien und besonders an den erneuerbaren Energien in Algerien.

Es ist der Provisorischen Regierung der Kabylei ein Anliegen, dass die Intensivierung der wirtschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Algerien mit einer positiven Einflußnahme der deutschen Regierung hinsichtlich der Menschenrechte in der Kabylei
einhergeht.

Frau Bundeskanzlerin,

das kabylische Volk verfolgt mit großem Interesse Ihren Einsatz für Völkerveständigung und Freiheit. Auch wir erhoffen uns mehr Solidarität unter den Völkern. Der israelische Premierminister sagte in Bezug auf die Waldbrände im Norden Israels, dass der Schutz der Wälder die gesamte Menschheit etwas angehe.

In der Kabylei setzt das algerische Militär unter dem Vorwand der Terrorismusbekämpfung Wälder in Brand. Dabei ist allgemein bekannt, dass gerade das Militär den Terrorismus unterstützt.

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

wir möchten Ihnen die Sympathie des kabylischen Volkes für die demokratischen Institutionen der Bundesrepublik Deutschland und seine Achtung für die Errungenschaften der Deutschen in Wirtschaft und Wissenschaft bekunden.

Wir hoffen dass Sie die algerischen Regierungsmitglieder im Rahmen Ihrer Zusammenarbeit mit den zahlreichen Menschenrechtsverletzungen in Algerien und besonders in der Kabylei konfrontieren können.

Lyazid Abid,
Minister der Vorläufigen Kabylischen Regierung

München, den 09.12.2010

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