Deutschlands Presse berichtet über Algerien.

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Selbst als der algerische Präsident Abdelaziz Bouteflika die deutsche Kanzlerin Angela Merkel im vergangenen Jahr einen Besuch abstatte, wurde darüber höchstens in einer Randnotiz berichtet.

Aber gestern berichtete bereits der staatliche Sender Deutschland-Radio in den Nachrichten über den heutigen, verbotenen Marsch in Algier.

Die informativsten Nachrichten biten bislang vermutlich Zeit.online. Sie berichteten Zeitnah noch während der Demonstration über die Ausschreitungen mit der Polizei.

Sie berichtete, dass etwa 2000 Demonstranten auf dem {Platz des 1.Mai} eine Polizeiabsperrung durchbrochen hatten.

Die Tagesschau glänzte hingegen mit falschen Informationen. Dort wurde geschrieben, dass der Marsch für den 9. Februar angesetzt wurde.

Ulrich Delius Afrikareferent der Gesellschaft für bedrohte Völker kritisiert in einer Pressemitteilung das Vorgehen der deutschen Regierung, die lieber Geschäfte mit dem algerischen Diktator macht, Kriegsschiffe aus deutscher Herstellung im Wert von insgesamt 300 Millonen Euro verkaufen will, als sich um die Menschenrechte zu kümmern.

Auch Tamurt.info machte Merkel in einem öffentlichen Brief auf diesen Misstand aufmerksam. Wir bekamen nie ein Statement von Seiten der Regierung, die über ihre Geschäfte wohl öffentlich nicht so gern spricht. Wenn man nicht sehr gezielte Nachforschungen anstellt, ist kaum in Erfahrung zu bringen, wobei es bei den Gesprächen zwischen Bouteflika und Merkel gegangen ist.

Wir begrüßen sehr, dass nicht nur Tunesien und Marokko in der internationalen Presse Beachtung finden, sondern nun auch Algerien. Wenn jenes so bliebe, könnte sich durch internationalen Druck auch die Menschenrechtslage dort verbessern.

Wir hoffen, dass es heute oder in den nächsten Tagen keinen Toten oder schwer Verletzten bei der Demonstration zu verzeichnen gibt.

Uli Rohde – Tamurt.info