Die Deutsch-Kabylische Freundschaft (DKF) feiert das masirische (berberische) Neujahr 2969/2019 in München

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Dr. Akli Kebaili bei DKF in München 12.1.2019
Dr. Akli Kebaili bei DKF in München 12.1.2019

MÜNCHEN (TAMURT) – Wie in jedem Jahr feiert die DKF das masirische Neujahr in Deutschland. Trotz Kälte und Schnee haben viele Masiren und Deutsche aus verschiedenen Bundesländern, aber auch aus dem Ausland, die Einladung wahrgenommen.

Lyazid Abid, als Vorsitzender des Vereins, begrüßte zunächst die Anwesenden und wünschte ihnen ein gutes Neues Jahr 2969/2019. Das Feiern des masirischen Neujahrs ist oft ein Anlass für poltische Diskussionen über die Lage der Masiren in Nordafrika. Mittelpunkt der Diskussion war dieses Mal das Thema „Die Bedeutung der offiziellen Anerkennung der masirischen Sprache in Algerien und Marokko“. Der eingeladene Referent war der Politologe und Schriftsteller Dr. Akli Kebaili.

„Die Verankerung der masirischen Sprache in den Verfassungen Algeriens und Marokkos ist keine Garantie für ihre reale Anerkennung als Arbeits-und Amtssprache“, meint Kebaili. Die Förderung der masirischen Sprache als Arbeitssprache, z.B. in Algerien, hängt von der politischen Entwicklung dieses Landes ab. Drei Optionen stellte Kebaili zur Debatte:

Die Gleichberechtigung der Kulturen bzw. der Sprachen (Arabisch und Masirisch in verschiedenen Varianten) im Rahmen des algerischen Staates.

Reform des algerischen Regimes vom Zentralismus zum Föderalismus.

Gründung unabhängiger, masirischer Staaten in Nordafrika.

Zwei politische Bewegungen, die für ein solches Ziel arbeiten, sind nur in der Kabylei (Algerien) aktiv.

Trotz der offiziellen Anerkennung der masirischen Sprache bleibt diese durch die Intensivierung der Arabisierungspolitik bedroht.

Die Masiren brauchen für die Entfaltung ihrer Kultur und Sprache ihre eigenen Institutionen. Nur so kann die Sprache vor dem Aussterben geschützt werden.

„Ein Volk, das in Würde leben möchte, muss aufhören, Minderheit zu sein“, so der Referent.

Nach lebhafter Diskussion über dieses schwierige Thema, verbrachten die Anwesenden aus verschiedenen Kulturen einen angenehmen Abend.

Mit Seksu (Couscous), einer masirischen Spezialität und Musik mit dem kabylischen Liedermacher Tahar Kessai, fand der Abend einen schönen Ausklang!

Paula Barts aus München