Gründungstext „Deutsch-Kabylische-Freundschaf“ – DKF

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Gründungstext DKF
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MÜNCHEN (Tamurt) – Heute, über 45 Jahre nach der Unabhängigkeit, müssen die Kabylen feststellen, dass Algerien ohne, ja sogar gegen sie aufgebaut wurde. Mehr denn je wird Ihnen bewusst, dass das Regime, das seit 1962 an der Macht ist, nicht davor zurückschreckt, seinen Plan eines kulturellen Genozids an den Berbern im Allgemeinen und den Kabylen im Besonderen in die Tat umzusetzen.

Das algerische Regime, das die kabylische Kultur folkloristisch vermarktet, seine Arabisierungspolitik
verstärkt und die Kinder der Kabylen zwingt, eine Fremdsprache als ihre Muttersprache anzusehen, bleibt taub gegenüber den Forderungen der Kabylei.
Es verspottet ihre Traditionen und marginalisiert ihre sozialen Strukturen. Die Kabylen haben verstanden, dass das Regime wissentlich die Vernichtung ihrer Kultur anstrebt.
Sie mussten feststellen, dass die in der Kabylei gut vertretenen demokratischen politischen Parteien unfähig sind, eine Kultur der Öffnung und des politischen Wandels durchzusetzen, weil eine solche Politik in den übrigen Regionen Algeriens in der Bevölkerung zu wenig Unterstützung findet.
Mit Verbitterung haben sie 2001 das Schweigen des übrigen Landes empfunden, als junge Kabylen von den Gendarmen einer sogenannten Volksarmee massakriert wurden (123 Tote und über 600 Verletzte), während sie für ganz Algerien die Demokratie forderten.

Traditionell laizistisch und tolerant, hat die Kabylei von jeher den Islamismus ebenso abgelehnt wie die Militärdiktatur. Um sie zu schwächen verstärkt das Regime unermüdlich seine Politik, indem es seinen gekauften Vertretern in den Dörfern dank der sprudelnden Einnahmen aus dem Erdölgeschäft noch mehr Unterstützungsgelder zukommen lässt als früher.

Um nicht länger als tatenlose Zeugen der Geschichte dazustehen, haben die Kabylen angefangen sich zu organisieren, damit die gesellschaftlichen Strukturen der Kabylen nicht noch weiter zerstört werden.
Diese „Deutsch-Kabylische-Freundschaft“ wird mit pazifistischen Mitteln versuchen, die politische, wirtschaftliche und kulturelle Situation der Kabylei wiederherzustellen und zu verbessern und ihnen wieder zu Freiheit zu verhelfen.

Durch die Mobilisierung aller Kabylen und aller Freunde der Kabylei werden wir den Kabylen, die einen einsamen und von viel Leid gezeichneten Kampf für Freiheit und Demokratie geführt haben, Hoffnung und Vertrauen wiedergeben. Außerdem werden wir dazu beitragen, eine unermesslich reiche Kultur, die Teil des universellen Kulturerbes ist, vor den Klauen eines korrupten und lebensverachtenden Regimes zu retten.
Die Teilnahme an diesem ehrenhaften Kampf adelt seine Akteure und fördert die Menschenwürde und den Frieden in der Welt.

Es lebe die Kabylei!
Lyazid Abid

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