Protestwelle wie ein Lauffeuer rund ums Mittelmeer

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Dies ist aber nicht nur in Tunesien der Fall, sondern diese Protestwelle hat Ägypten, Jordanien, Jemen und vielleicht auch bald Algerien und Syrien erreicht.
Die RCD plant nächste Woche eine Demo in Algier.
Der Okzident fragt sich warum dieser Protest wie ein Lauffeuer über alle Grenzen der Länder hinwegjagt. Darüber wird aber im persischen Golf kein Wort verloren. Niemand traut sich über das Königreich Marokko zu reden.
Wie schlecht muss es einem Volk ergehen bevor es sich erhebt und es zu einem Widerstand kommt?

Aufhetzung oder Provokation in Algerien:

Eine pazifistische Kundgebung in Algier ist bereits für den 12. Februar von der Zivilsgesellschaft und der Opposition für den Wandel angekündigt worden.
Es ist nämlich sehr wichtig zu erwähnen, dass die letzte große Demonstration in Algier welche am 14.Juni 2001 von den Kabylen organisiert wurde.
Viele Menschen sind dabei zum Opfer des Staates geworden.

Man hatte sogar mit Anhängern der Regierung Demonstranten zum Straßenkampf gezwungen. Zahlreiche Geschäfte wurden von manchen Bewohnern der Hauptstadt Algier geplündert.

„Wir sind nicht nur in einem Zustand der politischen Krise, sondern auch in einer historischen Sackgasse. Es gibt keine Verbindung zwischen den Behörden und der Gesellschaft. Wenn wir einen Prozess in Richtung Frieden initiieren, dann scheitert dieser Phasenübergang. Der Aufstand und Gewalt werden sehr viel verheerender in Algerien, als es in Tunesien war, “ sagte Said Sadi letzte Woche.

Das zentrale Regime in Algerien ruft die Bürger zu Weisheit und Wachsamkeit auf. Und auf keine Provokation zu reagieren. Demonstrationen sind eigentlich in Algerien seit 1992 wegen des Ausnahmezustands verboten.
Angesichts der aktuellen Bedingung bekommen viele arabische Herrscher kalte Füße und ergreifen schon lange erforderliche politische und wirtschaftliche Maßnahmen.
Es bleibt abzuwarten, ob diese Maßnahmen die Protestwelle stoppen können.
Fest steht: wenn sich nichts ändert, werden diese Protestaktionen sich ausbreiten um andere infizierte Regime in der restlichen arabischen Welt mitzureißen.
Der König Abdullah von Jordanien setzt die Regierung vorläufig ab.
Der jemenitische Präsident löst die Regierung auf, um die Demonstranten zu beruhigen und verspricht wirtschaftliche Hilfe.

Eskalation in Ägypten:

Neun Tage nach dieser Protestaktion weiten sich diese Ausschreitungen in Ägypten aus und die Situation gerät offensichtlich außer Kontrolle. Es kommt zu Eskalationen zwischen den Gegnern und Pro-Mubarak Anhängern und wird zu einer gewaltsamen Auseinandersetzung.
Der Verdacht der Korruption der Opposition in Ägypten wird laut. Mubarak hat seine Befürworter also bereits auf Kairos Straßen. Friedensnobelpreisträger El Baradei bezeichnet Mubarak als kriminell und warnt vor einem Blutbad.
Die Opposition errichtet Straßenblockaden. Mubarak verspricht in einer Fernsehansprache auf eine weitere Kandidatur zu verzichten und fordert das Parlament auf, die Verfassung zu ändern. Es gibt bisher keine politischen Imperative. Bislang kann man kein Urteil fällen, denn Ägyptens Schicksal ist noch offen, und liegt in der Hand derjenigen auf den Straßen. Die bezahlten Schläger sind Militär in Zivil. Die Armee hält sich zurück und versucht die Gegner zu trennen.

Die Muslimbruderschaft ist stark genug um eine Übergansregierung zu organisieren, es ist offensichtlich nicht mehr unmöglich.

In diesem Moment ist es noch zu früh sich einen Urteil zu bilden, denn bisher ist noch nicht bekannt, ob diese politische Bewegung in Algerien das gleiche Schicksal erleben würde.
Die Aufforderungen sind in Algerien anders als in Tunesien und Ägypten. Die Schlagwörter für diesen Protest kann man folgendermaßen zusammenfassen:

Die Opposition marschiert über Algier um die politische Lage zu ändern, z.B
den Ausnahmezustand aufzuheben, die Freiheit der Presse.
Der RCD verlangt die Befreiung der politischen Gefangenen.
Respekt der individuellen kollektiven Freiheit.
Auflösung aller Gemeinden, die durch den Betrug resultierten.

Gh.Lamheiri

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