Wortspiel in Artikel 5 schafft Misstrauen bei den marokkanischen Berbern..

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Gibt es ein Problem mit der neuen Verfassung?

Abdellah: Es gibt ein Wortspiel in Artikel 5 des Verfassungsvorschlages. in diesem Artikel geht es um die Anerkennung des Tamazight als offizielle Sprache geht.
Unglücklicherweise können wir wählen zwischen „Ja“ und „keiner Veränderung“… das ist gerade eine ziemlich verzwickte Situation.


{Hier kann man das Wortspiel auf Französisch verfolgen…}

Mohamed meint hingegen: „Ja, aber die neue Verfassung ist besser, als die alte, aber es geht aus dem Text nicht genau hervor, wie das Tamazight offizielle Sprache werden soll. Das ist irgendwie nicht ganz klar. Es ist besser jetzt zuzustimmen, als am Ende gar nichts zu haben.“

„Ich glaube, dass ist eine riesengroße Manipulation,“ meint Yassine. „Ich habe kein Vertrauen in diese Machtspielchen. Wenn wir nicht standhaft sind, werden sie uns auch in Zukunft nicht ernst nehmen.“

Boualem aus Algerien: „Ich denke, die neue Verfassung ist besser als die alte, weil Tamazight nun immerhin offiziell ist. Und das ist ein guter erster Schritt. Und Schritt für Schritt können wir dann vielleicht auch noch weitere Forderungen durchsetzen. Vielleicht braucht es einfach noch Zeit. Also meiner Meinung nach müssen wir der neuen Verfassung am ersten Juli zustimmen, bevor wir am Ende leer ausgehen.“

Abdellah antwortet darauf: „Also ich werd nicht zustimmen, weil der Verfassungsentwurf nur eben aus dem Ärmel geschüttelt wurde und nur darauf ausgelegt ist, dass man ihm schnell zustimmt. Des Weiteren ist Tamazight in dem vorliegenden Entwurf nicht wirklich als gleichberechtigte Sprache klassifiziert. Es muss eine hundertprozentige Gleichstellung zwischen Arabisch und Tamazight geben. Dieser Entwurf ist nur ein Entwurf und er muss mit allen politischen Strömungen einigermaßen konform gehen.“

Brahim: „Ja, ich stimme dem vollkommen zu, es ist nur, um die Leute zu beruhigen und zum Schweigen zu bringen und die Ungebildeten in unserem Land habe gar nichts verstanden, sie werden blind zustimmen. Die Machthaber wollen die Marokkaner um ihren Frieden, ihre Freiheit und ihre Demokratie bringen, aber ohne mich!“

Boualem aus Algerien meint: „Ohne Tamazight, wird es in Marokko niemals eine nationale Einheit geben.

Wir dürfen also gespannt sein, wie es am 1. Juli ausgehen wird. Klar ist, dass nichts klar ist und die Sorgen und Einwände berechtigt sind.

Uli Rohde

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