Hallo Frau Dr. Merkel? Gestatten Sie mir die Frage…

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Protokoll meiner erfolglosen Versuche, mit Bundespolitikern Kontakt zum Thema Kabylei aufzunehmen

Aus persönlichem Interesse verfolge ich seit einiger Zeit Berichte aus Algerien, insbesondere der Kabylei. Nachdem Anfang Dezember unsere Bundeskanzlerin Besuch aus Algerien hatte, dachte ich mir, ich kontaktiere Frau Dr. Merkel über das Kontaktformular ihrer Homepage als Bundeskanzlerin und stelle eine kurze Frage zum Thema Kabylei, getreu dem Motto, „Wer nichts wagt, der nichts gewinnt“:

Gesendet: Donnerstag, 09. Dezember 2010 16:26:19

Email abgeschickt aus dem Bereich: „Bundeskanzlerin, Deutsch“ 9. Dezember 2010 um 17:26 Uhr

Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin,

mit großem persönlichen Interesse habe ich die Pressestatements von Ihnen und dem Staatspräsidenten Algeriens gelesen. Die dort angesprochenen Themen sind sicherlich bedeutend; mich würde aber interessieren, ob im Rahmen der Gespräche zwischen Deutschland und Algerien zukünftig auch das Thema „Kabylei“ angesprochen wird (oder vielleicht sogar schon angesprochen wurde)?

Es grüßt Sie

Kristina P.

>>>>>Es hat ein paar Tage gedauert, deshalb dachte ich, ich bekomme nun sicherlich eine halbwegs zufriedenstellende, „vernünftige“ Antwort bzw. den Hinweis, dass die richtige Antwort irgendwann folgen wird… – aber weit gefehlt:<<<<<-----Ursprüngliche Mitteilung----- Von: internetpost@bundesregierung.de
An: kr**********@aol.com
Verschickt: Mo., 13. Dez. 2010, 7:37
Thema: Re: Kontaktformular bundeskanzlerin.de: Pressestatements Bundeskanzlerin Merkel – Staatspräsident Bouteflika – BPA-ID: [KT+zWWVFEQ4=]

Sehr geehrter Frau P.,

vielen Dank für Ihre E-Mail zu einem Thema der Auswärtigen Politik an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel.

Leider ist es wegen der Vielzahl der an Frau Dr. Merkel gerichteten E-Mails und Schreiben nicht möglich, Ihnen individuell zu antworten. Ich würde mich freuen, wenn Sie dafür Verständnis haben.

Nach der Aufgabenverteilung innerhalb der Bundesregierung ist das Ministerium für die Bearbeitung von Anfragen und Stellungnahmen zuständig, in dessen Aufgabenbereich das Anliegen fällt.

Für viele Themenbereiche und Fragestellungen hat die Bundesregierung ein umfangreiches Informationsangebot entwickelt, das Ihnen einen schnellen Zugriff auf unser Wissen ermöglicht. In Ihrem Fall möchte ich Ihnen dazu den Internetlink http://www.auswaertiges-amt.de/diplo/de/Startseite.html empfehlen.

Sollten Sie hier die gewünschten Informationen bzw. Klärungen nicht finden, möchte ich Ihnen raten, sich mit Ihrem Anliegen direkt an das Auswärtige Amt (AA)zu wenden. Sie können das Ministerium per E-Mail über buergerservice@auswaertiges-amt.de erreichen.

Mit freundlichen Grüßen

Im Auftrag

P. Ander*

Bürgerservice Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

>>>>>Gute Idee mit dem Auswärtigen Amt, Herr Ander! Allerdings hatte ich diese Idee auch schon. Leider bringt es aber nicht viel, wenn man eine doch recht konkrete Frage hat. Aber gut, ich versuche es…:<<<<
Datum: Mo., 13. Dez. 2010, 18:19

Sehr geehrte/r kr**********@aol.com, dies ist eine automatisch erzeugte Eingangsbestätigung Ihrer Email-Anfrage. Gerne machen wir Sie auf unseren Katalog aufmerksam, in dem Sie sofort durch einen einfachen Mausklick Antworten auf die 200 häufigsten Bürgeranfragen (FAQ) Immer wieder erreichen uns Fragen, die wir nicht kompetent beantworten können. Unsere Empfehlungen in solchen Fällen finden Sie hier: . Ihr Bürgerservice im Auswärtigen Amt P.S.: Planen Sie demnächst eine Auslandsreise? Kennen Sie schon unseren praktischen Ratgeber für sicheres Reisen: http://www.auswaertiges-amt.de/reiseratgeber

>>>>>Aha, das übliche Automaten-Blabla. Aber ein wenig lässt es vielleicht hoffen…

Allerdings bin ich mit der Antwort des Herrn Ander vom Bürgerservice Presse- und Informationsamt der Bundesregierung alles andere als zufrieden. Das „muss“ ich ihm gleich noch mitteilen:<<<<<-----Ursprüngliche Mitteilung----- Von: kr**********@aol.com An: internetpost@bundesregierung.de Verschickt: Di., 14. Dez. 2010, 10:35 Thema: Re: Kontaktformular bundeskanzlerin.de: Pressestatements Bundeskanzlerin Merkel - Staatspräsident Bouteflika - BPA-ID: [KT+zWWVFEQ4=]Sehr geehrter Herr Ander,vielen Dank für Ihre Antwort-E-Mail.Selbstverständlich habe ich Verständnis dafür, dass Frau Dr. Merkel mir wegen der vielen E-Mails nicht persönlich antworten kann.Allerdings habe ich kein Verständnis dafür, dass dann überhaupt die Möglichkeit angeboten wird, Anfragen per E-Mail zu stellen.Meine Frage kann meiner Meinung nach auch nur von der Person beantwortet werden, die das Gespräch geführt hat - in diesem Fall war das offensichtlich Frau Dr. Merkel, die ich im Übrigen sehr schätze.Möglicherweise habe ich meine Frage zu knapp formuliert und man konnte auf den ersten Blick nicht allzu viel damit anfangen; dies geschah aber aufgrund der Vermutung, dass Frau Dr. Merkel wohl einige E-Mails bekommt. Ich ging in vielleicht naiver Weise allerdings davon aus, dass meine Frage motiviert und interessiert beantwortet wird, dies scheint nun mit dem Verweis auf das Auswärtige Amt aber nicht der Fall zu sein. Dass die Aufgaben entsprechend verteilt werden, ist mir klar.Ob meine Frage das Auswärtige Amt beantworten kann, weiß ich nicht. Ich werde aber auf alle Fälle „mein Glück“ dort auch versuchen (der Link nützt mir in diesem Fall nicht viel, so weit war ich selber schon) bzw. mir überlegen, welche der noch im Bundestag vertretenen Personen mir bei der Beantwortung der Frage helfen könnten und diese entsprechend kontaktieren.Es grüßt SieKristina P.>>>>>…mal überlegen, welche Möglichkeiten habe ich denn noch? Wer könnte vielleicht einmal bei der Regierung ein bisschen herumsticheln, herumbohren? …vermutlich wäre es sowieso besser, dieses Thema einmal bei der Opposition anzufragen, speziell bei der Partei, die immer wieder vorgibt, sich für Frieden und Menschenrechte stark machen zu wollen. Die Homepage dieser Partei lässt auch hoffen, also schicke ich meine Frage der Politikerin, die vorgibt, sich u.a. besonders für Afrika zu interessieren:<<<<>>>>14.01.2011
Keine Antwort. Vielleicht liegt es daran, dass Weihnachten „dazwischen gekommen“ ist… Also sende ich nochmals eine E-Mail an Frau Kürzer…:<<<<
An: K.Kürzer@bundestag.de
Verschickt: Fr., 14. Jan. 2011, 18:18
Thema: nochmals: Anfrage zu Algerien

Sehr geehrte Frau Kürzer,
nachdem ich nicht weiß, ob meine Anfrage im vorweihnachtlichen Stress(???) vielleicht untergegangen ist, wiederhole ich sie hiermit noch mal. Nach den jüngsten Entwicklungen in dieser Region (Tunesien und eben auch Algerien) ist mir diese Anfrage noch wichtiger geworden.

Gruß
Kristina P.

[Hier füge ich meine ursprüngliche E-Mail samt dem „Schriftwechsel“ ein.]

>>>>>24.01.2011
Es ist nicht zu fassen! Ich habe immer noch keine Antwort. Das lässt mir jetzt keine Ruhe! Mal sehen, welche Person aus dieser „Friedens- und Menschenrechtspartei“ erscheint mir noch geeignet, meine Frage zu stellen… Ich beschließe, einer bekannten Vertreterin dieser Partei folgende E-Mail zu schicken und schicke diese gleichzeitig als Kopie an Frau Kürzer:<<<<<-------- Original-Nachricht -------- Betreff: Frage zu E-Mail-Anfragen Datum: Mon, 24 Jan 2011 16:19:26 -0500 Von: kr**********@aol.com
An: C.Sauer@bundestag.de
CC: K.Kürzer @bundestag.de

Frau Sauer,
Sie sind eine sehr bekannte Persönlichkeit in Ihrer Partei und nun versuche ich einmal bei Ihnen mein Glück. Auch wenn Sie nicht unbedingt die richtige Ansprechpartnerin für meine Frage sind, aber immerhin sind Sie im Bereich der Internationalen Politik tätig. Mittlerweile möchte ich eigentlich nur noch wissen, ob man auf eine E-Mail überhaupt eine Antwort bekommt.

Ich habe vor fast zwei Monaten schon einmal den Versuch gewagt, unserer Bundeskanzlerin eine Frage per E-Mail zu stellen und habe zwar zumindest eine Antwort aus Ihrem Mitarbeiterstab bekommen, allerdings u.a. auch nur, dass ich mich mit meiner Frage wohl ans Auswärtige Amt wenden solle. Das habe ich gemacht (und keine Antwort bekommen), aber gleichzeitig auch Ihrer Parteikollegin – Frau K. Kürzer -, die mir laut ihrer eigenen Beschreibung als am Geeignetsten vorkam, meine Frage zu beantworten, eine E-Mail geschickt. Auf diese E-Mail habe ich bis heute keine Antwort bekommen. Abgeschickt habe ich sie am 14.12.2010 und nochmals am 14.01.2011.

Mittlerweile ist mir an dieser Antwort eigentlich gar nicht mehr so sehr gelegen (auch wenn ich mich natürlich dennoch über eine Antwort freuen würde), nachdem ich wohl begriffen habe, dass das Thema vermutlich zu komplex ist, als dass man dies zumindest halbwegs beantwortet bekommen kann. Allerdings ärgert es mich, dass ich von Ihrer Parteikollegin überhaupt keine Antwort bekomme – weder einen Hinweis, dass die E-Mail angekommen ist, noch, dass die Antwort vielleicht sehr arbeitsintensiv ist oder sonst irgendwas.

Ich frage mich mittlerweile, ob ich mich als Bürgerin bzw. Wählerin wirklich derart abspeisen lassen soll bzw. warum überhaupt die Möglichkeit angeboten wird, per E-Mail mit Mitgliedern des Bundestags bzw. Ihrer Partei in Kontakt zu treten!?!?!

Dass eine Bundeskanzlerin nicht in der Lage ist, mir persönlich zu antworten, das kann ich ja noch verstehen…

Auch wenn ich kein Verständnis aufbringe, dass dann diese Möglichkeit – per E-Mail Fragen zu stellen – überhaupt angeboten wird.

Den gesamten „E-Mail-Verkehr“ (leider recht einseitig hauptsächlich von meiner Seite) können Sie sehen, wenn Sie diese E-Mail komplett durchlesen.

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit

Kristina P.

[Hier füge ich wiederum meine ursprüngliche Mail samt dem „Schriftwechsel“ ein.]

>>>>>Oh! Eine REAKTION! So schnell! Es ist ja nicht zu fassen! War dieser Versuch nun endlich erfolgreicher??<<<<<-----Ursprüngliche Mitteilung----- Von: C. Sauer
An: kr**********@aol.com
Cc: “ Kürzer, K.“
Verschickt: Mo., 24. Jan. 2011, 17:43
Thema: Fwd: Frage zu E-Mail-Anfragen

Sehr geehrte Frau P.,

im Auftrag von Frau Abgeordnete C. Sauer möchte ich hiermit gerne auf Ihre Fragen eingehen. Absolute Priorität in der Arbeit der Abgeordneten hat die parlamentarische Arbeit. Alles, was darüber hinausgeht, wird abhängig von den jeweiligen Kapazitäten in Abgeordnetenbüros und den persönlichen Präferenzen von Abgeordneten bei der Vermittlung von politischen Inhalten und Konzepten organisiert. Dazu gehören Bürgerbriefe und Bürgeranfragen. Im Zeitalter von Internet und neuen Kommunikationsmitteln ist es schlicht und ergreifend nicht leistbar, alle Fragen zu beantworten bzw. auf alle Anregungen zu reagieren, die die Abgeordneten im Bundestag erreichen. Um dem Bedürfnis von interessierten Bürgerinnen und Bürgern nach Informationen und politischen Konzepten im Rahmen der reellen Möglichkeiten zu entsprechen, werden solche Angebote wie Internetseiten und Newsletters gemacht.

Für das Büro von Frau Abgeordnete K. Kürzer kann ich verständlicherweise nicht sprechen, aber aus eigener Erfahrung weiß ich, was es bedeuten würde, wenn man bei jeder von täglich über 200 Mails (manchmal über 700) eine formlose Eingangsbestätigung vornehmen müsste. Es gibt keine parlamentarischen Vorschriften, wie Bürgerfragen an die Abgeordneten bearbeitet werden sollen, weil die Erfordernisse der parlamentarischen Arbeit andere Schwerpunkte zwingend machen und die Abgeordneten nur den parlamentarischen und fraktionellen Gremien gegenüber rechenschaftspflichtig sind. Selbstverständlich ist es für die Arbeit der Abgeordneten nur von Vorteil, möglichst breit zu kommunizieren und offenes Ohr haben für Probleme, Sorgen, Anregungen, Ideen und Lösungsansätze von Außerhalb. Letzten Endes entscheidet jedes Büro ganz autonom, was wichtig und was unwichtig ist. Hierfür bitte ich Sie um Ihr Verständnis.

Mit freundlichen Grüßen

A. Mammut
Büroleiter

>>>>>…sooo viele Mails bekommen die täglich?? Und nach welchem Schema wird da aussortiert? Und was würde wohl passieren, wenn meine E-Mail noch von vielen weiteren Personen an viele verschiedene Politiker gesendet werden würde?
Über diese schnelle Reaktion muss ich mich beinahe wundern bzw. bin ich kurz davor, mich zu amüsieren. Ich stöbere – angestachelt von der Antwort-E-Mail noch ein bisschen auf der Homepage der Partei. Und ich entdecke einen Beitrag über Tunesien… Immerhin, Tunesien hat es geschafft, dass man sich darüber äußert. In Anbetracht dessen, dass mir die Reaktion von dem Büroleiter nicht gefällt und eben auch alles, was mir auf der Homepage der Partei noch alles ins Auge fällt, „muss“ ich dem Büroleiter doch noch eine Antwort schreiben.<<<<<-------- Original-Nachricht -------- Betreff: Re: Frage zu E-Mail-Anfragen Datum: Mon, 24 Jan 2011 23:17:01 -0500 Von: kr**********@aol.com An: C.Sauer@bundestag.de Referenzen: <4D3DAC3A.3030305@bundestag.de>

Frau Sauer, Herr Mammut,

vielen Dank immerhin für die Beantwortung einer meiner Fragen.

Für eine Partei, die sich angeblich u.a. insbesondere für Menschenrechte stark machen will, halte ich sie allerdings für inakzeptabel (ich meine damit meine ursprünglich gestellte Frage an Frau K. Kürzer).

Ich habe mehr von Ihrer Partei erwartet – bei allem Verständnis dafür, dass Sie sicherlich viele Anfragen bekommen, ich frage mich aber, ob es gerade eben für Ihre Partei derart unwichtig ist, was in Nordafrika vor sich geht!
Vermutlich muss in Algerien auch erst eine derartige Revolution stattfinden, dass es dann zumindest einen Platz auf Ihrer Startseite verdient hat – wie jetzt Tunesien am 20. Januar.

Es grüßt Sie

Kristina P.

>>>>>Immerhin, dieses Büro scheint sich mehr mitteilen zu wollen als das andere, auf dessen Antwort ich wohl bis zum Sanktnimmerleinstag warten werde. Jedenfalls bekomme ich wiederum umgehend eine Reaktion.<<<<<-----Ursprüngliche Mitteilung----- Von: C.Sauer
An: kr**********@aol.com
Verschickt: Di., 25. Jan. 2011, 9:10
Thema: Re: Frage zu E-Mail-Anfragen

Guten Morgen Frau P.,

bei der Beantwortung Ihrer Frage an uns hatte ich gar nicht vor, die an Frau MdB K. Kürzer gestellte Frage zu mit beantworten. Das ist eine andere Baustelle. Ich werde mir auch nicht mehr Zeit nehmen, Ihre ursprünglichen Fragen zu lesen.

Was Nordafrika und den Nahen Osten mit den autoritären Regimes und ihren unfähigen und korrupten Herrschern betrifft, wünsche ich mir das Zustandekommen einer radikal demokratischen Bewegung in all diesen Ländern, damit die gesellschaftspolitische „Verstopfung“ dieser Gesellschaften ein Ende nehmen kann. Trotzdem kann auch eine glaubwürdige menschenrechtspolitisch orientierte Außenpolitik keine „social engineering“ in diesen Ländern übernehmen. Die Instrumente der Außenpolitik sind hinreichend bekannt. Wunschdenken hierbei kann nur zu neuen Katastrophen führen. Dass das Konzept der Administration von George W. Bush, einen großen „demokratischen“ Nahen Osten mit diplomatischen, finanziellen und vor allem militärischen Mitteln im Sinne von „social engineering“ zu schaffen, musste zwangsläufig derart grandios scheitern.

Mit freundlichen Grüßen

A. Mammut

Interessanterweise bekomme ich also doch noch eine Art Statement, obwohl mich Herr Mammut anfangs noch darauf hinweist, dass er meine ursprünglichen Fragen nicht nochmals lesen wird. Es reicht aber anscheinend, ihm eine Art Köder – in diesem Fall also „Algerien“ –“hinzuwerfen“. Am liebsten würde ich ihn auf diesen Widerspruch noch hinweisen, aber ich lass es lieber. Ich denke, es ist sowohl verlorene Zeit als auch vergeudete Energie, sich damit auch noch auseinanderzusetzen, zumal es ja sowieso zu nichts führt…

Nach den beiden Antwort-E-Mails mache ich mir allerdings den „Spaß“ und recherchiere im Internet den Namen des Büroleiters und stelle dabei fest, dass es einigen anderen Personen, die versuchten, mit Politikerin Sauer Kontakt aufzunehmen, genauso erging wie mir. Zumindest die von mir im Internet in verschiedenen Foren vorgefundenen Antwort-E-Mails an diese Personen sind in der Art identisch mit den Antworten, die ich bekommen habe.

Interessant wäre vielleicht noch der Versuch, ein Thema zu finden, was den jeweiligen Politikern besser gefallen könnte und ob man mit solch einem Thema dann mehr Erfolg mit einer Kontaktaufnahme hat. Aber vermutlich ist es eher aussichtslos und diese Kontaktfelder auf den diversen Internetseiten sind mehr Schein als Sein.

Vielleicht erscheint es etwas naiv gedacht, „einfach mal so“ bei der Kanzlerin anzufragen; allerdings habe ich mich schon einmal mit einem Anliegen an den Oberbürgermeister der Millionenstadt, in welcher ich lebe, gewandt und war überrascht, wie ernsthaft mein Anliegen behandelt wurde. Es dauerte zwar eine Weile, bis meine Frage bei den verschiedenen Referaten abgeklärt wurde – in dieser (Warte-)Zeit wurde mir allerdings sowohl auf dem Postweg als auch telefonisch mitgeteilt, dass mein Anliegen nicht vergessen wurde –; am Ende hatte ich dann eine persönlich unterschriebene Stellungnahme unseres Stadtoberhaupts vor mir liegen.

Mir ist klar, dass man Art und Umfang des zu bewältigenden Pensums eines Oberbürgermeisters nicht mit dem Pensum einer Bundeskanzlerin vergleichen kann. Aber dass man von unseren Politikern derart abgeschmettert wird bzw. nicht einmal zu ihnen persönlich durchdringen kann, stimmt doch sehr nachdenklich.

Kristina P.

* sämtliche Namen – außer der unserer Kanzlerin – sind von der Redaktion geändert worden

Protokoll meiner erfolglosen Versuche, mit Bundespolitikern Kontakt zum Thema Kabylei aufzunehmen

Die Tamurt.info Redaktion bedankt sich für den ungewollt originellen Beitrag, lobt sich derartiges Engagement einer Deutschen Bundesbürgerin und bedankt sich für die Bereitstellung des Materials. Leider haben wir keine Rubrik Humor, sonst hätten wir diesen Beitrag sicher dort veröffentlicht.

2 KOMMENTARE

  1. Mein Kommentar:
    Der Artikel macht mir Mut. Ich beabsichtige nämlich eine Anfrage an den Staatssekretär Klaus Dieter Fritsche (Bundesministerium des Innern) zu stellen.
    Es handelt sich um Gespräch vom 31. Januar 2011 (siehe http://www.algerische-botschaft.de) mit Herrn Halim Benattalah, wobei es bis Ende des Jahres Gesetzesänderungen geben soll. Gesetzesänderungen in Bezug auf die Anerkennung der Diplome in Deutschland.
    Mal sehen, ob ich meine Fragen beantwortet bekomme.

  2. Hut ab !Frau oder Herr Autor !! Beispielhafter Einsatz für eine gerrechte Sachen,eine gewisse positive Hartnäckigkeit,um Dinge zu bewegen.
    Die Bundesregierung ist sehr gut informiert über das Kabylei-Problem. Aber die Kabyleiproblematik bei dem algerischen Präsidenten anzusprechen, würde das Desertec-Projekt-Gespräch regelrecht platzen lassen. Frau Merkel hat sich in den Gesprächen für eine langfristige Absicherung der Energieversorgung Deutschlands und nicht für die Menscherechte in der Kabylei eingesetzt . Wirtschftlich betrachtet waren die Gespräche für beide ein Erfolg, menschlich ein Desaster im 21. Jahrhundert. Nach den letzten Erreignisse in den Schurkenländern müssten den „Weltmeistern der Menschenrechte“ nordlich des Mittelmeers, die Augen aufgehen. Eins muß klar sein ,Mittelmeer ist keine Berliner Mauer.Jeder Husten im Süden verursacht sofort einen Magengeschwür im Norden und sehr schnell,siehe Lampedusa, Malta,usw… Also EU ,hör auf die Heuscheleipolitik mit den Diktatoren weiter zu betreiben wie bis jetzt und sprich klare Worte auch bei den Erdölverkäufern.

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